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Meine erste Motorradreise: die Route des Grandes Alpes und ich neben unseren beiden Motorrädern stehend

Meine erste Motorradreise: Durch Die Route des Grandes Alpes

Im Juni 2011, als ich in Lausanne (Schweiz) lebte, begab ich mich auf die berühmte Route des Grandes Alpes mit meiner Ducati Monster 620 i.e, die auf 25 kW gedrosselt war, da ich meinen Motorradführerschein erst im Vorjahr gemacht hatte. Mein Reisebegleiter war mein damaliger Freund, der eine ungedrosselte Triumph Street Triple 675 fuhr.

Dies war meine erste Motorradreise, und wir nahmen uns dafür eine Woche Urlaub:

  • 4 Tage für die Fahrt nach Menton (Frankreich, Côte d’Azur)
  • 1 Tag Entspannung in Menton
  • 2 Tage für die Rückfahrt über die Autobahn, durch Turin, Aosta und den Großen Sankt Bernhard-Pass

Die Route – Atemberaubende Pässe und wechselnde Landschaften

Die Route des Grandes Alpes ist eine ikonische Strecke mit 720 km Südroute nach Frankreich und 540 km auf dem Rückweg. Auf unserer Fahrt überquerten wir 16 Pässe, plus den Grossen Sankt Bernhard-Pass auf dem Heimweg. Der höchste Pass war der Col de l’Iseran auf 2.764 m, während Menton mit Meereshöhe den tiefsten Punkt markierte. Ein besonders reizvoller Stopp war Barcelonette, eine malerische Bergstadt voller Charme.

Unser Ziel war es, Menton in vier Tagen zu erreichen, unser Hotel am Meer war bereits gebucht. Das bedeutete etwa 180 km pro Tag. Mit dem Auto wäre das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h in etwa 1 Stunde 30 Minuten erledigt. Doch auf dem Motorrad, mit ständigem Auf und Ab durch hochalpine Pässe, ist es eher ein Tagesabenteuer.

Leider erinnere ich mich nicht mehr genau, in welchen Dörfern wir übernachteten, und auch die Fotos geben keine Hinweise. Meistens buchten wir unsere Unterkünfte einen Tag im Voraus, hauptsächlich B&Bs oder Gîtes entlang der Strecke.

Eine Bildcollage mit 6 Bildern. Von oben links nach unten rechts: Schild Col du Galibier, Schild Route des Alpes, Schild Col de l'Iséran,

Navigation auf die altmodische Art

Wir reisten ohne GPS oder Intercoms, nur mit einer altmodischen Papierkarte auf der Tanktasche und einer Reihe improvisierter Handzeichen. Die Kommunikation erfolgte durch regelmässige Stopps zur Abstimmung der Tankstände und Routenanpassungen, sowie durch Hupen und Gesten um die Aufmerksamkeit des anderen zu erregen, falls erforderlich.

Regelmässige Pausen sind bei einer Motorradreise ohnehin sinnvoll. Sie helfen, sich zu hydratisieren, eine Kleinigkeit zu essen, die Landschaft zu geniessen, sich neu zu fokussieren und den Handgelenken eine Pause zu gönnen.

Bis heute habe ich kein Intercome und denke auch nicht daran, mir in nächster Zeit eines zuzulegen. Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, ist das ein kostbarer Moment für mich selbst. Ich muss nicht ständig mit den Mitfahrern/innen kommunizieren, Haltestellen und Handzeichen reichen aus.

Und was ist mit der Musik? Obwohl ich im Auto gerne Musik höre, höre ich auf dem Motorrad gerne die Motor-Musik. Zudem habe ich keine digitale Ganganzeige, also hilft es mir, ihren Sound zu hören, um den richtigen Gang zu finden. Ich nehme meine Umgebung bewusst wahr und bin ganz im Moment präsent.

Beim Laufen mache ich dasselbe, ich höre keine Musik, weil ich das Geräusch meiner eigenen Atmung hören muss, um das richtige Tempo zu halten, und ich höre gerne, was um mich herum passiert, wie Vogelgezwitscher, andere Läufer, die sich nähern, usw.

Papierstrassenkarte der Route des Grands Alpes

Eine Ducati Monster mit 25 kW fahren

Meine gedrosselte Monster 620 machte die Bergauffahrten anspruchsvoller, da ich häufiger schalten musste.

Wir einigten uns darauf, dass mein Freund vorausfahren und auf Passhöhe auf mich warten würde, damit er bergauf seinen Spass haben konnte. Bergab hingegen konnte ich problemlos aufholen, was die Fahrt für mich ebenfalls spannend machte.

Die faszinierende Veränderung der Landschaft

Einer der beeindruckendsten Aspekte dieser Reise war der Übergang von den Zentralalpen zu den mediterranen Alpen.

Die Veränderung der Landschaft, Vegetation und des Klimas war drastisch und unvergesslich. Die zunehmende Wärme und der Anblick des Mittelmeers in Menton waren die perfekte Belohnung nach Tagen voller Bergfahrten.

Eine Frau fährt mit ihrem Motorrad auf einer Bergstrasse
Der Blick aus einem Hotelzimmer auf das Mittelmeer

Wetter und unerwartete Herausforderungen

Die Tour verlief grösstenteils trocken, aber an einem Tag erwischte uns heftiger Regen. Glücklicherweise hatte ich einen kompletten Regenanzug dabei, der sich als Lebensretter erwies, abgesehen von meinen Stiefeln, für die ich keine Überzüge hatte. Einer davon wurde klatschnass, während der andere irgendwie trocken blieb.

Auch das Packen war eine Herausforderung, zumindest für mich als Frau, die gerne genug Kleidung für jede Situation dabei hat.

Mit begrenztem Platz musste ich strategisch vorgehen und sicherstellen, dass ich genug:

  • Unterwäsche
  • Socken
  • Kleidung für kalte Bergmorgen
  • Heisse Nachmittage an der Côte d’Azur
  • Etwas Hübsches für die Abende dabeihatte.
  • Flipp Flops (nicht verhandelbar), denn nach einem Tag in meinen Bikerstiefeln konnte ich sie nicht länger als nötig anbehalten.
  • Der Regenanzug war zwar sperrig, stellte sich aber ebenfalls als unverzichtbar heraus.

Pfadfinder-Tipp: Für zusätzlichen Schutz bei Regen packe deine Klamotten in Plastiktüten (Müllsäcke, Einkaufstüten, was immer du zu Hause hast). Wenn dein Tanktasche oder Rucksack Wasser durchlässt, bleibt deine Kleidung trotzdem trocken.

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Ein kulinarischer Fehlgriff – Die Andouillette-Erfahrung

Unser erstes Mittagessen war in einem Morradfreundlichen Bergrestaurant, wo die Besitzerin das „Plat du Jour“ empfahl, die Andouillette. Ohne zu wissen, was es war, nahm ich einen Bissen und bereute es sofort. Die Wurst aus Schweinedärmen mit Gewürzen, Zwiebeln und Weisswein hatte einen intensiven Geschmack, den ich bis heute nicht vergessen habe (und das nicht im positiven Sinne!).

Meine erste Motorradreise – Lektionen und bleibende Eindrücke

  • Handgelenkschmerzen: Die harte Kupplung und der Gasgriff meiner Monster sorgten nach langen Fahrtagen für schmerzende Handgelenke.
  • Muskelgedächtnis, das nach hinten losging: Nach der Rückkehr nach Hause grüsste ich instinktiv den/die erste/n Biker/in, den/die ich sah – während ich im Auto sass. Leider war das Fenster geschlossen, und ich knallte mit der Hand dagegen (peinlich!).
  • Der Wunsch nach smarter Motorradkleidung: Diese Reise weckte in mir den Wunsch, multifunktionale Motorradkleidung zu entwickeln. Mit begrenztem Stauraum ist es essenziell, Kleidung und Accessoires zu haben, die mehrere Zwecke erfüllen.

Würde ich es wieder tun?

Auf jeden Fall. Die Route des Grandes Alpes ist ein Muss für jede/n Motorradfahrer/in, die/der atemberaubende Landschaften, anspruchsvolle Strassen und ein echtes Abenteuer sucht. Nur die Andouillette würde ich das nächste Mal auslassen!

Bist du schon einmal mit dem Motorrad auf der Route des Grandes Alpes gefahren? Wohin hat dich deine erste Motorradreise geführt? Teile deine Motorradabenteuer in den Kommentaren!

Zeichen eines Motorrads, das an einem Gebäude hängt

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Ich würde gerne von anderen Bikerinnen hören:

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